Pfandleihaus. Einige Fakten.

Pfandleihhaus
Ratenkredit
Konditionen

Geld vom Pfandleihhaus

In Zeiten von finanziellen Engpässen haben wahrscheinlich schon einige den weg ins Leihhaus beschritten, um Teile des Hausstandes schnell, unkompliziert und unbürokratisch zu Geld zu machen.

Nimmt man es genau, ist ein Leihhaus als Bank einzustufen. Ein verpfändeter Gegenstand ist als kurzfristiger Kredit zu sehen, denn in aller Regel möchte man den Gegenstand nach Ablauf der Laufzeit wieder auslösen. Diesen schnellen Weg zum Kredit muss man allerdings auch bezahlen: so werden neben Zinsen zusätzlich Aufbewahrungsgebühren verlangt, die nicht gerade preiswert sind. Solche Konditionen bei einem Bankenkredit würde man als Wucher bezeichnen.

Ein Betreiber eines Leihhauses muss ein recht hohes Kapital sowie einen einwandfreien Leumund nachweisen, nur dann wird die Gründung eines Leihhauses zugelassen. Leihhäuser findet man in Großstädten zu Hauf – mit steigender Tendenz. Meist liegen sie in der Nähe des Bahnhofs. Auch in kleineren Städten findet man heutzutage meist auch ein Leihhaus. Das Procedere im Leihhaus stellt sich als unkompliziert dar.

Niemand fragt nach genaueren Hintergründen der Kundschaft. Denn der mit zwischen 25 und 50 Prozent des aktuellen Wertes verpfändete Gegenstand ist die beste Garantie für das ausgeliehene Geld. Schmuck bildet eine Ausnahme, hier und auch bei anderen Wertgegenständen ist es gut, sein Eigentum mittels Rechnung nachweisen zu können. Kontrolliert wird auch immer der Personalausweis, um nicht Hehlern auf den Leim zu gehen.

Für jedes Pfandstück bekommt man mit Erhalt des Geldes einen Pfandschein. Darauf ist notiert, wann man spätestens das Pfand wieder auslösen oder wenigstens die Zinsen bezahlen muss, damit es nicht verfällt und in der Folge in die Versteigerung gelangt.

Anfänge der Pfandkredithäuser

Nicht umsonst bezeichnet man die Pfandleihe auch als „ältestes Kreditgewerbe der Welt“. Geschichtlich waren es zunächst die Juden, die für das Geschäft des Geldverleihs zuständig waren. Dies hat seinen Ursprung darin, dass es während des Mittelalters Christen verboten war, Zinsen zu nehmen. Umgekehrt waren Juden in den Zünften nicht geduldet und deshalb waren die beinahe zwangsläufig in der Branche des Geldverleihs tätig.

Auch nicht-jüdische Kreise stiegen mit der Zeit mehr und mehr in dieses lukrative Geschäft ein. In vielen Fällen war das Geschäftsgebaren offensichtlicher Wucher, die Verzinsung für verliehenes Geld war hoch, was nicht wenige Bürger an den Bettelstab brachte. Dieses Übel wurde im 16. Jahrhundert durch die Gründung der ersten öffentlichen Leihhäuser versucht zu beheben. Hier sollte bedürftigen Menschen zu humanen Bedingungen geholfen werden.
Pfandkredithäuser

Pfandhaus heutzutage

Heute läuft der Handel „Kredit gegen Pfand“ strikt nach den Bestimmungen der Bundespfandleiher-Verordnung ab. So sind Zinsen und Gebühren heutzutage praktisch vereinheitlicht. Der monatliche Zinssatz beläuft sich auf einen Prozent, dazu kommt noch eine gestaffelte Unkostengebühr von etwa zwei Prozent pro Monat. Damit ist der Pfandleihkreditimmer noch vergleichsweise teuer. Wenn man dann noch die anfallende Lagergebühr aufaddiert, ist man schnell bei Werten von 36 bis 50 Prozent für den effektiven Jahreszins.

Wer über ein Kapital von gut 100.000 Euro sowie einen einwandfreien Leumund verfügt, darf ein Leihhaus betreiben. Darüber hinaus muss man Miete für Lagerräume sowie Versicherungen mit einkalkulieren. Der Gewinn eines Leihhauses ergibt sich aus Zinsen und Gebühren der Pfandstücke. Wird ein Pfand nach drei Monaten nicht ausgelöst, so verfällt es und gelangt nach Ablauf des vierten Monats in eine öffentliche Versteigerung. Dies geschieht durch einen vereidigten Auktionator.

Erzielt ein versteigertes Pfand nach Abzug der Versteigerungskosten einen Überschuss, gehört dieser jedoch nicht dem Pfandverleiher, sondern dem ursprünglichen Besitzer. Wenn der Besitzer dieses Geld nach Ablauf von zwei Jahren aber nicht abholt, wird es nach der gesetzlichen Regelung via Finanzamt an das örtliche Sozialamt weitergegeben. Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, den Auslösungszeitpunkt eines Pfandes nach den drei Monaten für weitere drei Monate zu verlängern.

Der Vorteil eines Pfandhausist auch heutzutage, schnell und ohne große Bürokratie an Geld zu kommen. Der Wert des Pfandes wird entsprechend des aktuellen Geldwertes des Gegenstandes bestimmt. Bei der Schätzung ist durchaus das Geschick und die Erfahrung des Pfandleihers gefragt: schätzt dieser nämlich ein Pfand zu niedrig ein, bekommt er wenig Zinsen und Gebühren. Schätzt er es dagegen zu hoch, dann holt der Klient das Objekt eventuell nicht mehr ab und es bleibt vielleicht sogar bei der Versteigerung liegen. Im eigenen Interesse muss der Pfandleiher über kurz oder lang „den Dreh“ heraus haben, den Geldwert einen Gegenstandes treffend zu schätzen.

Aufgrund der heutigen kundenfreundlichen Vorschriften wird der Gang zum Pfandhausniemanden mehr wegen wucherähnlicher Konditionen in den Ruin treiben. Teilweise eilt Pfandhäusern aber weiterhin ein nicht ganz seriöser Ruf voraus, denn es gibt immer wieder Fälle, in denen sie als „Lager“ für Diebesgut genutzt werden. In Deutschland gibt es allerdings so gut wie keine sogenannte „heiße Ware“, die obendrein auch kein Pfandhaus wissentlich in seinen Beständen haben möchte: meldet sich nämlich der eigentliche Besitzer, der das Eigentum nachweisen kann, muss der Pfandleiher es diesem kostenlos aushändigen.

Pfandleiher brauchen aber auch deshalb gute Kenntnis verschiedenster Warengruppen, um nicht auf Trickbetrüger hereinzufallen: deren Masche ist es, beispielsweise kostbaren Schmuck schätzen zu lassen und dann aber Imitate abzugeben.

Generell nicht erlaubt ist es übrigens, noch originalverpackte, unbezahlte Versandhausware im Pfandhauszu Geld zu machen. Erst nach Bezahlung ist sie wirklich Eigentum und man kann sie verkaufen oder beleihen. Ein Pfandleiher benötigt also neben aller Sachkenntnis auch den richtigen Riecher dafür, wie seriös seine Kundschaft ist.

Für die Preisbestimmung gelten folgende etwaige Richtwerte: Goldschmuck und Juwelen bringen rund die Hälfte ihres Anschaffungspreises, Silber, Pelze (andere Kleidung ist uninteressant) oder Stereoanlagen etwa ein Viertel. Fernseher werfen übrigens kaum Geld ab, dazu ist es eine viel zu verbreitete „Massenware“.
Pfandleiher

Kunden eines Leihhauses kommen aus allen Schichten. Natürlich gibt es diejenigen, die aus der Notlage heraus Teile ihres Hab & Gutes versetzen, um weiter über die Runden zu kommen. Aber auch aus der Mittelschicht gibt es viele, die Gegenstände verpfänden, um neues Geld, das nicht liquide zur Verfügung steht, zum Konsumieren (beispielsweise für neue Elektrogeräte, die neue Skiausrüstung etc.) verfügbar zu machen. Und sogar die Wohlhabenden nutzen das Leihhaus mitunter als „Sommerkleiderschrank“ für die teure Pelzgarderobe, die zum Winter wieder eingelöst wird.

Übrigens werden durchschnittlich 90 Prozent der beliehenen Gegenstände wieder eingelöst. Damit werden nur etwa 10 Prozent aller Pfandgegenstände öffentlich versteigert. Auf solchen Versteigerungen findet man oft wahre Schnäppchen.

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